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Sie hat nichts vom legendären Wildbad Kreuth, diese Schermbecker Klausurtagung: Die Spitze der Handballabteilung setzt sich zusammen und diskutiert in offener Form über Konzepte, die den Verein und seine Zukunft sichern sollen. Allerdings verzichtet man auf Blasmusik und Paukenschläge, sondern nutzt die Zeit zur Sacharbeit.
„Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass sich die Sportwelt sehr bald nachhaltig verändern wird. So eine Karriere, wie ich sie in meinem SV Schermbeck gemacht habe, wird immer mehr Seltenheitswert gewinnen. Alles ist kurzlebiger geworden“, sagt Burkhard Holl, der vor zwei Jahren Klemens Nappenfeld als Abteilungsleiter ablöste. Dabei hat Holl einen mustergültig geführten Verein vorgefunden, der sich jetzt kerngesund neuen Herausforderungen stellen kann. „Ich habe 1969 in der Jugend angefangen und habe trotz Studium und Beruf immer das Glück gehabt, bis heute Handball spielen zu können. Klar, dass ich so in die Verantwortung hinein gewachsen bin. Heute ist das anders und deshalb hat Sportdirektor Burkhard Bell ein zweigleisiges Konzept für die nachhaltige Jugendarbeit entwickelt“, so Holl. Mit Burkhard Bell ist nicht nur ein erfahrener Handballtrainer am Werk, sondern auch ein Pädagoge, der auf entsprechende Erfahrungen zurückgreifen kann. „Wir müssen zwei Aspekte betrachten: Die Ausbildung und den Spielerfolg. Dabei ist es manchmal nötig, den Erfolg zu verschieben, um einen Ausbildungsschritt abzuschließen. Wir setzten voll auf dieses Konzept und der Erfolg im Bereich der weiblichen B-Jugend gibt uns recht“, sagt Burkhard Holl. Dabei ist die Ausbildung und die Weiterbildung des Trainerpersonals ein absoluter Schwerpunkt der Arbeit. „Die Zeiten des Schreihalses an der Seitenlinie sind lange vorbei. Da reagieren Eltern wie Jugendliche mit der gepackten Tasche. Wir haben mächtig Konkurrenz und weniger potenzielle Interessenten. Da ist fachliche, aber auch soziale Kompetenz gefragt. Das, was man heute „Soft skills“ nennt, beschreibt nichts anderes als die Fähigkeit, das Verhalten und die Einstellungen von Mitgliedern positiv zu beeinflussen. Das wirkt sich zwangsläufig auf den sportlichen Erfolg aus“, sagt Burkhard Holl, der selbst aus der Jugend über die Verbandsliga bis zum Ende der Laufbahn in der Kreisklasse alle Stationen erlebt hat. „Das Prinzip der Schermbecker Handballschule ist unser Ziel und das 100-jährige Vereinsjubiläum ist ein guter Zeitpunkt, so etwas weiter anzuschieben, denn wir arbeiten ja schon heute nach diesen Ideen“, sagt Holl. Nur mit diesen Schritten, da sind sich die Klausur-Teilnehmer ganz sicher, wird sich auch der Erfolg im Seniorenbereich auf Dauer bestätigen lassen. Ganz kurzfristig soll die zweite Mannschaft stärker als Ausbildungsmannschaft für die erste Mannschaft gestaltet werden. Es gibt also zum 100. Geburtstag eine Menge Arbeit, aber der Vorsitzende ist sicher, dass dieses Werk gelingen wird, denn alle Vereinsmitglieder ziehen an diesem Strick, der das Rettungsseil für die Zukunft sein soll. WAZ, 10.01.2012, Jo Gernot
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