Verbandsliga Herren SV Schermbeck - TV Ratingen 30:25
Kleine Tore, aber knallharte Jungs: Der 30:25-Sieg des SV Schermbeck gegen den Favoriten aus Ratingen war das Ergebnis eines Kraftaktes des Bell-Teams, der die rund 200 Besucher in der Schermbecker Dreifachsporthalle fesselte. Fotos: Joosten, WAZ „Spannung pur”, frohlockte Klemens Nappenfeld, Vorsitzender der Handball-Fraktion innerhalb des SV Schermbeck. Was hatte der Handball-Häuptling an diesem Abend erleben und durchleiden müssen? „Eine Partie mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern”, erklärte Burkhard Bell, Trainer der Verbandsliga-Handballer. In der Tat hatte es im ersten Durchgang der Partie den Eindruck, als ob da wieder die längst vergessenen „Bell-Buben” auf dem Parkett etwas verhalten agieren würden. Anders die Gäste aus Ratingen: Hier ein Ellbogen, dort ein Griff aus der Trickkiste der griechisch-römischen Ringerfraktion. Chorknaben waren es nicht, die da aus dem Düsseldorfer Vorort angereist waren. Vor allem ein gewisser Mathias Gloyna mischte immer wieder die Schermbecker Abwehr auf und schoss sein Team immer wieder in Front. Und die Schermbecker? Die hielten sich im Spiel. Zwar war der ein oder andere Spielzug überhastet, doch es reichte die Spielkunst der Ratinger Mannschaft nicht aus, um die Mannschaft, die von Kiki Seibel angeführt wurde, vom Feld zu wischen. Mit 14:15 wurden die Seiten gewechselt. Burkhard Bell hatte sich auf seinem Klemmbrett Notizen gemacht und ist dann mit seinen Jungs ohne dieses Klemmbrett in den Katakomben der Dreifachsporthalle an der Erler Straße entschwunden. Was er seinen Jungs in der Pause vermittelt haben muss, wird wahrscheinlich so etwas wie eine Anleitung zum Ungehorsam gewesen sein. Die „Bell-Buben” blieben in der Kabine und es kamen die wilden Kerle aus Schermbeck in die Halle. Michael Nölscher zeigte als Erster die neue, harte Gangart an. Sehr zur Verwunderung der Ratinger, die jetzt von einer starken SVS-Abwehr gebremst wurden und die durch einen Hexer zwischen den Pfosten namens Philipp Busjan entnervt wurden. „Das war dann der Hexenkessel, der ein Heimspiel ausmacht. Wir haben das Kommando übernommen: Auf dem Feld und auf der Tribüne”, freute sich Bell. Die Reservespieler auf der Bank feierten jeden gewonnen Ball wie ein Tor und jedes Tor wie eine Sieg. So geht Handball und es knisterte in der Halle, als Ratingen sich beim Spielstand von 22:22 sieben lange Minuten vor dem Schlusspfiff noch einmal zur Attacke aufraffte. „Phillip Busjan hat den Laden in dieser Phase zusammen gehalten”, lobte Burkhard Bell seinen Torwart. Seine Kollegen auf dem Feld haben getroffen und als Michael Nölscher drei Sekunden mit einem gekonnten Wurf aus der Drehung den 30. Treffer markierte, da war etwas von Aufbruch zu spüren. Mag sein, dass an diesem Samstag in Schermbeck ein neues Handball-Zeitalter begonnen hat. Wieder einmal. Nach dem Schlusspfiff drehte sich der Schermbecker Kreisel: Alle Spieler und der Trainer tanzten Arm in Arm und im Kreis. Ein Bild, dass dieses Spiel bestens interpretiert: Es hat ein verschworener Kreis von begeisterten Sportler eine tolle Leistung gezeigt. WAZ, Jo Gernot Bericht Rheinische Post Bericht NRZ
SVS-Damen zufrieden mit einem Punkt
Landesliga Damen SV Schermbeck - TV Biefang 16:16
Ein Remis bei einem Handballspiel ist und bleibt ein exotisches Ergebnis. Auch wenn es wie im Spiel des SV Schermbeck gegen den TV Biefang ziemlich exakt dem entspricht, was sich auf dem Spielfeld ereignet hat.
„Eigentlich bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft nicht unzufrieden, doch wir haben vor allem in der ersten Halbzeit zu viele Chancen liegen lassen”, meinte Trainer Arno Bisdorf nach dem Match, dass in den Schlussminuten eigentlich erst richtig spannend wurde. Zuvor wurden beim vergleichsweise undramatischen Spielstand von 8:8 die Seiten gewechselt. Die Schermbeckerinnen verloren im Verlauf der zweiten Halbzeit den Faden in ihrem Spiel und wurden von den Gästen dafür prompt abgestraft. Acht Minuten vor dem Spielende lagen die Frauen vom Turnverein Biefang mit 16:13 in Front. Es war Carolin Heidermann, die in dieser Phase der Begegnung die Verantwortung übernahm und den so wichtigen Anschlusstreffer zum 14:16 warf und so das Signal zur Schlussoffensive setzte. Mit Erfolg, denn das die drohende Niederlage konnte durch eine konsequente und druckvolle Kraftanstrengung vermieden werden. „Es war auch das Publikum, das in dieser Phase der Begegnung hinter uns stand und die Mannschaft angefeuert hat. Als Carolin Heidermann dann den Ausgleich erzielt hat, war echt Zauber in der Halle”, freute sich Arno Bisdorf über die Moral seiner Mannschaft, die in den Schlussminuten Unheil verhinderte. Arno Bisdorf ist jetzt nach zwei Spielen ohne Niederlage. Das ist deutlich besser als in der vergangenen Saison und wenn die Mannschaft der Schermbecker mit bester Besetzung antreten kann, ist eine Leistungssteigerung möglich. Bisdorf möchte möglichst früh den Klassenerhalt sicherstellen. WAZ, Sportredaktion
Die Schermbecker Reservisten haben gegen die HSG HMI einen möglichen Sieg verschenkt. "Wir haben einfach eine Halbzeit verschlafen. Unsere Offensive setzte viel zu spät ein", analysierte Trainer Thomas Keysers den Verlauf der Begegnung. In der Tat war es so, dass die Schermbecker sehr unkonzentriert zu Werke gingen und viele Chancen leichtfertig vergaben. In der Schlussphase zogen die Gastgeber mit 4 Toren Vorsprung davon. "Da war für uns der Film gedreht. Es fehlten am Ende die Mittel, um dieses Spiel noch einmal umzubiegen", ärgerte sich Thomas Keysers. WAZ