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Sternstunde vor langer Nacht |
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Sektduschen und Freundenküsse dokumentieren: Hier ist etwas ganz Besonderes passiert! Der zweite Aufstieg innerhalb von zwölf Monaten ist kein Zufall, sondern geplante Aufbauarbeit mit viel, viel Akrebie
Der Durchmarsch ist gelungen: Der SV Schermbeck ist in die Verbandsliga aufgestiegen. Mit einer beeindruckenden Leistung besiegte die Mannschaft von Trainer Burkhard Bell den MTV Rheinwacht Dinslaken souverän mit 31:24 und sicherte sich ein Spiel vor dem Saisonschluss die Meisterschaft.
"Es ist einfach nur großartig. Ich habe vieles für möglich gehalten, aber dieser Aufstieg ist schon eine ganz besondere Angelegenheit", freute sich ein sektgeduschter Burkhard Bell nach dem Schlusspfiff. Zuvor hatten seine Jungs 60 Minuten Handball-Gala der besonderen Art abgeliefert. Dabei hatten sie allerdings in den ersten 30 Minuten so etwas wie Lampenfieber. Immer wieder erzielten die Gastgeber leichte Tore in einer etwas unsortiert wirkenden Abwehr. Das lag ganz sicher nicht an den Fähigkeiten der Schermbecker, sondern viel mehr daran, dass der MTV Rheinwacht Dinslaken der erwartet harte Gegner war. So war denn auch die Torfolge das eindrucksvolle Beweismittel für die These von Burghard Bell. Der hatte nämlich gesagt, dass die Entscheidung in der zweiten Halbzeit fallen wird. Und diese zweite Halbzeit geriet zu einer großen Gala, die rund 200 Zuschauer so richtig genießen konnten. Mit 14:13 wurden die Seiten gewechselt und ein überragender Niklas Bell im Tor der Schermbecker machte mit seinen Glanzparaden in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs den Gästen aus Dinslaken klar: Jetzt sind wir am Drücker. Präzise Tempogegenstöße, wuchtige Distanztreffer und ein listiger Kreisläufer Dirk Kuhn, der seine bullige Statur ohne Rücksicht auf Verluste einsetzte und so wichtige Tore warf: Einfach großartig, wie diese junge Mannschaft sich in einen Rausch spielte, der am Ende durch einen Vorsprung von sieben Toren zeigte, dass Handball Leidenschaft ist und das diese Leidenschaft Berge im Sport versetzen kann. Als "Pille" Jens Pilgrim vier Minuten vor dem Schlusspfiff den ersten, durch einen unverfänglichen Karton getarnten Sekt in die Halle schmuggelte, hatte der alte Torwartkämpe noch einen Hauch von Zweifel im Gesicht. Als er dann in der Schlussminute die Meister-T-Shirts und den restlichen Sekt ran schleppte, da tobte in der Halle bereits der berühmte Bär: Dämme brachen mit dem Schlusspfiff. Sektduschen und tausend Küsse von der charmanten Frauenmannschaft für einen eindrucksvollen Sieg. Ganz besonders gerührt waren die Altvorderen: Die alte Verbandsliga-Mannschaft, die ein vor mehr als zwei Jahrzehnten ein Stück Vereinsgeschichte geschrieben hatte, war fast komplett angetreten. "Da schließt sich ein Kreis. Das ist fast wie in einer Zeitmaschine", freute sich Norbert Besten, der als einer der Haudegen von einst, diese Hommage? der besonderen Art auf den Weg gebracht hatte. In Schermbeck wurde die Nacht lang und der Handball hat eine Sternstunde erlebt. WAZ, Dorsten, 27.4.08
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