Holl hält - jetzt auch den Rekord
Dorstener Zeitung, Andreas Leistner am 30. März 2009
Es war sein großes Ziel und am Samstag hat er es erreicht: Burkhard Holl ist der erste Torwart des SV Schermbeck, der mit 50 Jahren noch aktiv am Meisterschaftsbetrieb teilnimmt.

Burkhard Holl im Kreise seiner Teamkollegen vom SV Schermbeck 4. Foto: Leistner
Am Donnerstag vergangener Woche feierte Holl den runden Geburtstag, am Samstag stand er für die vierte Mannschaft des SVS gegen den TV Borken 3 zwischen den Pfosten. Rekord!
Denn Holls Freund Heinz Klosterköther blieb dieses Kunststück vor einigen Jahren aufgrund einer Verletzung verwehrt. Seitdem visierte Holl die 50 vor allem mit sportlichen Hintergedanken an und war am Samstag schließlich am Ziel.
Als Zehnjähriger war der Keeper 1969 dem SV Schermbeck beigetreten und seitdem immer treu geblieben. Nie trug er das Trikot anderer Clubs, und auch als der Beruf eine Unterbrechung der aktiven Laufbahn notwendig machte, blieb Holl SVS-Mitglied. 1978 gehörte er der legendären Landesliga-Truppe an, mittlerweile rückte er mit den Weggefährten von damals bis in die vierte Mannschaft. Auch dort zählt er zu den heißen Kandidaten auf die Auszeichnung als „Spieler des Jahres“. Allerdings nicht nur wegen seiner Reflexe und Paraden, sondern auch wegen seiner Fähigkeiten als Organisator der Mannschaftstouren.
Vor dem Spiel gegen Borken hatten seine Teamkollegen eine kleine Überraschung vorbereitet. Zunächst gab´s zum Warmmachen seine Lieblingsband Jethro Tull, dann überreichten Holls Eltern ihrem Sohn ein maßgeschneidertes Trikot mit seinem Namen und der Nummer 50.
Glück gebracht hat´s nicht. Das 16:26 schlug der Schermbecker Vierten schon ein wenig auf die Stimmung. Allerdings nur, bis Rekordhalter Holl zur kleinen Feier auf ein Bierchen ins Vereinslokal Nappenfeld einlud.
Zweite und Dritte in Sicherheit. Der
SV Schermbeck 2 hat in der Bezirksliga den Klassenerhalt letztlich doch noch sicher geschafft. Mit einem 28:26-Erfolg beim SV Friedrichsfeld arbeitete sich das Team von Trainer Thomas Keysers sogar noch auf den achten Platz vor.
Der
SV Schermbeck 3 kann die Saison ebenfalls endgültig zu den Akten legen und ist jeglicher Relegations-Sorgen ledig. Zwar gab es gegen Meister HSV Bocholt 2 in der 1. Kreisklasse beim 14:37 für die Schermbecker nichts zu holen. Da aber Konkurrent Moers über ein 21:21 gegen Kleve nicht hinaus kam, behauptete der punktgleiche SVS den neunten Tabellenplatz.
Der
SV Schermbeck 4 hielt beim 16:26 (9:10) gegen Borken 3 bis zur 40. Minute mit, doch dann brachen alle Dämme.
SVS 4: Holl; Heiermann, Berger (4), Paulke, Große-Ruiken, Schmeing, N. Besten (1), Nördershäuser (7), Döhmer (2), Eicken, Haferkamp, Prost (1), T. Besten (1).
Abstand bleibt konstantVerbandsliga Herren:
SV Schermbeck - MTV Rheinwacht Dinslaken 23:29Handball-Verbandsligist hat weiter drei Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz. Daran ändert auch die 23:29-Niederlage gegen den MTV Dinslaken nichts, bei der die Mannschaft eine engagierte Vorstellung bot.Es kam so, wie es Trainer Burkhard Bell vor dem Wochenende vorhergesagt hatte. Der SV Schermbeck musste in der Handball-Verbandsliga gegen den Tabellenzweiten MTV Dinslaken die erwartete Niederlage hinnehmen. Er hat aber weiter drei Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz, da der VfL Rheinhausen im Duell der beiden direkten Konkurrenten des SVS gegen den HC RW Oberhausen die Oberhand behielt.
Bell schaute nach dem 23:29 (12:16) gegen den hohen Favoriten noch einmal mit etwas Wehmut eine Woche zurück, als sein Team das Kellerduell in Oberhausen verloren hatte. "Hätten wir da so gespielt wie gegen Dinslaken, hätten wir sicherlich gewonnen", sagte der Coach. Es dauerte allerdings zehn Minuten, ehe der Gastgeber den Schlüssel zu der Begegnung fand. Er ließ es zunächst in der Abwehr an der nötigen Aggressivität mangeln und trat im Angriff viel zu pomadig auf, was einen 0:7-Rückstand zur Folge hatte.
"Die schlimmsten zehn Minuten"Burkhard Bell nahm eine Auszeit und wechselte bis auf den Torhüter das komplette Personal aus. "Das waren die schlimmsten zehn Minuten dieser Saison. Doch danach hat die Mannschaft um jeden Zentimeter Boden gekämpft und hat es so geschafft, dass der MTV erstmals in dieser Saison unter 30 Toren geblieben ist", stellte Bell fest. Der Trainer haderte ein wenig mit den Schiedsrichtern, die häufig zu Gunsten der Gäste entschieden. So auch in der 43. Minute, als der Außenseiter bis auf einen Treffer hätte herankommen können, ihm bei einem Tempogegenstoß zu Gunsten eines Freiwurfs jedoch der Vorteil genommen wurde.
Info: Schiedsrichter-Kritik
Burkhard Bell hatte das Gefühl, dass der große Name MTV Dinslaken den Gästen beim Schiedsrichter-Gespann einen kleinen Vorteil verschaffte. "Die Referees haben mit zweierlei Maß gemessen. Es ist schon bezeichnend, dass der MTV neun Siebenmeter bekommen hat, wir aber nur einen", sagte Bell.
Zwei Punkte fehlen noch"Das war für mich der Knackpunkt", so Bell, dessen Schützlinge wenig später mit 17:22 zurücklagen und anschließend nicht mehr in die Nähe eines Gleichstandes kamen. "Auf diese Leistung lässt sich aufbauen. Wir werden in der jetzt anstehenden Pause konzentriert arbeiten, um danach die noch nötigen zwei Punkte, die für den Klassenerhalt reichen sollten, zu holen", kündigte Bell an.
SV Schermbeck: N. Bell, Busjan – C. Seibel (4), Kuhn (1), Robert (3/1), Kuhlmann (3), Speckamp (1), Kreilkamp (3), F. Bell (5), Felisiak (2), Timmermann (1), von Berg, Kemper. Rheinische Post VON MICHAEL ELSING
Landesliga Damen:
HC Sterkrade 75 - SV Schermbeck 17:15
SVS-Damen verlieren "Endspiel"
Schermbeck spielte gut. Richtig gut. Trainer Arno Bisdorf hatte sein Team vor dem Match eingeschworen, sah in Sterkrade eine Chance, sich vom drohenden Relegationsplatz abzusetzen. Seine Mädels hatten ihren Trainer offensichtlich verstanden, kämpften, rackerten und - erzielten Tore. 8:5 lag der SVS zur Halbzeit vorne und selbst größere Pessimisten gingen nun von einem Sieg der Schermbeckerinnen aus.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Schermbeck brach nach der Halbzeit ein, ließ gute Möglichkeiten aus und traf den gegnerischen Kasten einfach zu selten. Das Spiel stand urplötzlich auf der Kippe. Und jetzt wurde wieder einmal deutlich, was der jungen Schermbecker Mannschaft fehlt: eine Leitfigur, ein Alpha-Tier, eine Führungsperson, zu der die unerfahrenen Mädels hochblicken können; eine Spielerin, die in entscheidenden Situationen das Heft in die Hand nimmt. Der SVS kämpfte leidenschaftlich weiter, ging aber am Ende mit leeren Händen nach Hause. Arno Bisdorf: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“
In der Tabelle ist Sterkrade nun am SVS vorbeigezogen und hat die Schermbeckerinnen auf den drittletztenPlatz verwiesen - den Relegationsplatz.
Anm. Redaktion SVS: Es werden keine Relegationsspiele stattfinden. Die Damen spielen also wieder landesliga in der nächsten Saison!SVS: Alfers, Heiermann, Bugler; Felisiak (4/1), Franke (2), T. Heidermann, L. Heidermann (2), Heuwing (3/2), Gröhne (4/3), M. Kock, S. Kock, Besten, Becker, Koller. Dorstener Zeitung
Bezirksliga Herren:
SV Friedrichsfeld 1M – SV Schermbeck 2M 26:28Plötzlich läuft der Motor perfekt und rund. Zweite Mannschaft des SV Schermbeck sichert Klassenerhalt in der BezirksligaSchermbeck ordnet sich selbst dem Niederrhein zu. Das mag der Grund dafür sein, dass man sich im Ort auch ganz bestimmten Lebensphilosophien rheinischen Ursprungs unterwirft. Eine dieser Philosophien lautet: Et hat noch immer jutt gegangen.
Ein Volltreffer bei der Umschreibung des Saisonverlaufes der Bezirksliga-Mannschaft von SVS-Trainer Thomas Keysers: Über Wochen wartete die Mannschaft auf den ersten Sieg und quasi bis zum Schluss rangierte sie auf einem Abstiegsplatz. Allerdings war von Hektik keine Spur und der Trainer setzte auf den „Findungsprozess”. In der heißen Endphase hatten sich die Jungs um Keysers gefunden und sorgten mit einer Siegesserie dafür, dass die erste Bezirksligasaison im Mittelfeld der Tabelle endet.
„Platz acht hatten wir uns vorgenommen. Das ist kein Witz. Das Spiel gegen Friederichsfeld hat gezeigt, dass der gesamte Kader Tore werfen kann und wir die ideale Mischung zwischen alten Hasen und jungen Wilden am Start haben. Ich freue mich jetzt schon auf die kommende Saison”, meinte dann auch Thomas Keysers, der in Friederichsfeld mit seinen Jungs das Geschehen beherrschte.
Dass die Moral bei den Reservisten stimmt, beweist am besten die Schlussphase der Samstags-Begegnung: Zehn Minuten vor dem Abpfiff liegt Schermbeck durch ein paar kleine Fehler auf einmal zwei Tore hinten. Mit einem Endspurt, der an das ruhige, aber gewaltige Drehmoment eines Achtzylinder-Motors erinnerte, drehten die Keysers-Boys das Ergebnis und siegten verdient. Man darf sich wohl wirklich auf die kommende Saison freuen, denn die Mannschaft wird wohl in ihrer Besetzung erneut zusammen antreten.
Schermbeck: Pilgrim, Potthast; Duschek (5), Weber (1), Hessbrüggen (4), Rietz (1), Schwarz (2), Vengels (6/3), Berger (1), Herden (2), Dahlhaus (3), Konietzka (2), Willhausen.WAZ Dorsten, Jo Gernoth
Oberliga Quali Mädchen C
SV Schermbeck C1M - HSV Bocholt C1M 33:7SV Schermbeck 4M - TV Borken 3M 16:26Oberliga Quali Mädchen A
SV Schermbeck A1M - MTV Dinslaken A1M 21:18TuS Lintfort E1M - SV Schermbeck E1M 12:9
HSV Bocholt 2M - SV Schermbeck 3M 37:14