Verbandsliga Herren 23. Spieltag HSG Mülheim/Oberhausen - SV Schermbeck 34:29 Mülheim. Es heißt ja Sport, Spiel und Spannung. Eigentlich ist ja diese Mischung auch genau gewünscht, allerdings ist ja bekanntlich alles eine Frage der Dosierung.
Die Schermbecker Verbandsliga-Handballer übertreiben derzeit ein wenig, denn auch die beiden Punkte gegen den direkten Konkurrenten, die HSG Oberhausen/Mülheim konnten nicht eingefahren werden. „Unsere Abwehrreihe ist im Normalfall so etwas wie eine feste Bank. In diesem Spiel erinnerte das, was meine Jungs da gespielt habe, mehr an einen Hühnerhaufen”, ärgerte sich denn auch Trainer Burkhard Bell, der natürlich so langsam aber sicher auch das berühmte „Fracksausen” bekommt, wenn er sich ausmalt, dass seine Mannschaft im Endspurt der Liga den Kampf um den Klassenerhalt doch noch verlieren könnte. Probleme und regelmäßig nervöses Vorgehen im Angriff ist dem Trainer ja bekannt. Dass sich jetzt im Endspurt der Saison auch noch ein Problem in der Abwehr einstellt ist allerdings fatal und wird Burkhard Bell sicher die ein oder andere schlaflose Nacht bereiten. „Wir haben die erste Halbzeit eigentlich vollständig verschlafen. In der Abwehr fehlte die Ordnung und im Angriff die Konsequenz”, ärgerte sich Burkhard Bell. In der Tat lässt sich bei der Betrachtung der Bilanz der Zeitstrafen und der zugesprochenen Siebenmeter diese Analyse des Schermbecker Trainers nachvollziehen: Nur drei Siebenmeter wurden heraus gespielt. Die HSG erkämpfte sich satte neun Freiwürfe vom ominösen Punkt.
Frederik Bell versucht in dieser Szene, einen Wurf des HSG-Akteurs Veit Wrobel zu verhindern. (Foto: Andreas Köhring, WAZ)
Diese Differenz hätte ganz sicher durch die beiden „Gunners” Frederik Bell und Heiko Kreilkamp ausgeglichen werden können, die jeweils acht Tore erzielten.
Nicht zu kompensieren waren die zehn Zeitstrafen, die von der Abwehr verursacht wurden. In den Phasen der Unterzahl kassierten die Schermbecker dann auch ihre Gegentreffer. Im zweiten Durchgang kamen die Schützlinge von Burkhard Bell dann besser ins Spiel und sie konnten bis zur Schlussphase einen Gleichstand erzielen. Bei Stande von 21:21 war es dann wieder eine Zeitstrafe, die von der HSG konsequent mit zwei Toren ausgenutzt wurde, die das Spiel und dann auch einem möglichen Sieg im Wege stand. Nahezu zeitgleich mussten Björn von Berg und Christopher Timmermann mit Blessuren das Handtuch werfen. Ohne seine Außenstürmer war das Spiel der Schermbecker ohne Biss. Es fehlten die Schenkel der Angriffszange und so setzte sich die HSG mit schnellen Spielzügen in dieser sehr hitzigen Phase des Spiels ab. Am Ende war dann beim SV Schermbeck die Luft raus und die HSG Oberhausen/ Mülheim konnte bequem einen Vorsprung von fünf Toren herausspielen. Die endgültige Entscheidung in Sachen Klassenerhalt ist also wieder einmal vertagt. „Es ist jetzt nichts passiert und unter normalen Umständen müsste alles reichen. Doch was ist schon normal”, meinte denn auch Trainer Burkhard Bell, der jetzt vor der Aufgabe steht, für die letzten drei Spiele der Saison sein Team so zu motivieren, dass ein Sieg endgültig den Klassenerhalt sichert. Bei einem der beiden Heimspiele sollte das möglich sein, denn da setzt der SV Schermbeck auf den achten Mann: Die Fans sind jetzt wichtiger als jemals zuvor und eine starke Heim-Kulisse könnte sicher Wunder wirken. Schermbeck: Busjan, N. Bell; Kreilkamp (8/2), F. Bell (8), Chr. Seibel (2), Kuhn (3), Robert (2), Speckamp (2), Timmermann (2), von Berg (2), Kuhlmann, Kemper, Felisiak. WAZ, Jo Gernoth
Ergebnisse Verbandsliga Herren 23. Spieltag:
HSG Mülheim/Oberhausen - SV Schermbeck 34:29 TV Walsum-Aldenrade 1M - TSV Kaldenkirchen 1M 28:38 TV Schwafheim 1M - TV Krefeld-Oppum 1M 29:29 MTV Rheinw Dinslaken 1M - VfL Rheinhausen 1M 30:26 HC. Rot-Weiß Oberhausen 1M - DJK Adler Königshof 1M 22:42 TV Lobberich 1M - TuS Treudeutsch Lank 1M 26:26 HC TV Rhede 1M - TV Vorst 1M 14:34
Tabellenstand Verbandsliga Herren nach dem 23. Spieltag (unter Einrechnung des vorgezogenen Spiels vom 24. Spieltag).
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