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Die Riesenüberraschung ist perfekt: SV Schermbeck sichert sich vor 300 Zuschauern mit 31:24-Erfolg gegen den MTV Dinslaken II den Titel in der Landesliga.
Zum zweiten Mal nach 1985 gelingt der Sprung in die Verbandsliga. Burkhard Bell gab vier Minuten vor dem Abpfiff beim Stand von 28:22 das Signal, das rauschende Fest zu starten. Der Trainer des SV Schermbeck ging ein paar Schritte weg von der Bank und beauftragte Jens Pilgrim, dritter Torhüter im Kader des Handball-Landesligisten, die ersten Sektflaschen zu öffnen. Wenig später gab’s kein Halten mehr. Auf der Tribüne erhoben sich die knapp 300 Zuschauer, begleiteten die letzten Schritte des Teams auf dem Weg in die Verbandsliga mit standing ovations und sangen: „Steht auf, wenn ihr Meister seid“. Der Aufforderung kamen die Spieler, die nicht auf dem Feld waren, dann nach. Sie stellten sich auf die Ersatzbank und zählten die vorerst letzten Sekunden in der Landesliga herunter. Dann begann die große Aufstiegsparty auf dem Feld mit der obligatorischen Sektdusche für den Coach und allem, was dazu gehört – inklusive der Queen-Rockhymne „We are the champions“.
Lange Zeit hypernervös
In diesen Momenten war vergessen, wie schwer dem SV Schermbeck der letzte Schritt zur Sensations-Meisterschaft lange gefallen war. Der Aufsteiger, den niemand im Titelrennen auf der Rechnung hatte, kämpfte beim 31:24 (14:13)-Sieg gegen den MTV Dinslaken II vor allem mit sich selbst. Das junge Team war hypernervös, leistete sich viele Fehler und durfte sich in Hälfte eins bei Torhüter Philipp Busjan bedanken, dass er es im Spiel hielt.
rst als der SVS den Vorsprung in der 45. Minute auf fünf Tore ausgebaut hatte (21:16), löste sich die Verkrampfung. Burkhard Bell ballte schließlich in der 54. Minute die Faust, als das 26:21 gefallen war. „Da war ich mir der Sache erst sicher“, gab er gut 20 Minuten nach dem Abpfiff zu, als sich die Feier vom Feld hinauf auf die Ränge der Halle an der Erler Straße verlagert hatte. Es gab Freibier.
„Eine tolle Geschichte“
„Gut, sehr gut, spitze.“ Bell ließ im Meister-T-Shirt seiner Gefühlswelt freien Lauf. Er hatte die Partie lange mit stoischer Ruhe von seinem Platz hinter der Bank aus verfolgt. „Ich bin nicht immer so. Doch heute habe ich mich bewusst zurückgehalten, um nicht noch mehr Druck auf die Jungs auszuüben“, sagte der 54-jährige Erfolgscoach, der in den 90er Jahren schon drei Aufstiege mit den Schermbecker Frauen gefeiert hatte. Jetzt gewann er zum dritten Mal mit den SVS-Herren den Titel. Sie schafften genau 23 Jahre und 13 Tage nach dem ersten Verbandsliga-Aufstieg in der Clubgeschichte erneut den Sprung in diese Klasse. Hans Pittgens, der den SV Schermbeck 1985 in die Verbandsliga führte, hatte es ausgerechnet. Er war am Samstag unter den Zuschauern und freute sich diebisch über den Triumph seines Ex-Vereins. „Das ist eine tolle Geschichte. Und alles wurde nur mit Schermbecker Jungs geschafft“, meinte er.
Die Meistermannschaft: Philipp Busjan, Niklas Bell - Christopher Seibel, Sebastian Seibel (3), Thomas Kuhn (1), Daniel Robert (6/2), Philipp Speckamp (2), Heiko Kreilkamp (4), Noel Hinz (2), Marcel Vengels (2), Frederik Bell (4), Sven Felisiak (1), Christopher Timmermann (3), Björn Mischel (3), Nicht eingesetzt: Jens Pilgrim, Niklas Schwickrath, Harald Herden
(RP)
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