Die Frauen des Landesliga-Aufsteigers SV Schermbeck bereiten sich auf die neue Spielzeit vor. Trainer Arno Bisdorf nutzt die Baustelle der Volksbankarena als alternative Kulisse für frühzeitige Fitness
Training ist der Schlüssel zum Erfolg. Natürlich auch im Frauen-Handball. Der Trainer der Schermbecker Handballerinnen, Arno Bisdorf, denkt sich dabei immer wieder Variationen aus, die sein Team fit für die Landesliga machen sollen.
Das Szenario erinnert ein wenig an Bonnland. So heißt der Truppenübungsplatz in der Nähe des bayrisch-fränkischen Hammelburg, auf dem Spezialeinheiten zwischen Häusern, Trümmerfeldern und Baustellen für ihre Einsätze gedrillt werden. Die Frauen des SVS haben nicht unbedingt ihre schönsten Sportsachen angezogen, denn sie wissen, dass die Volksbankarena in Schermbeck eher eine ungemütliche Location ist, als eine saubere Trainingsstätte. Aber genau da hat der Trainer, der so unterschiedliche Elemente in seine Arbeit einbaut, die Chance gesehen. "Draußen macht man die beste Konditionsarbeit und wenn es hier über Stock und Stein geht, dann ist das doch nur gut", erklärt Bisdorf und fordert mit der gütigen Stimme des verständnisvollen Sportlers unnachgiebig eine weitere Runde im Höchsttempo von seinen Schützlingen. Anna Rass, die Torschützenkönigin der Schermbeckerinnen, scheint nur mäßig begeistert, aber die fügt sich ihrem Schicksal und setzt sich in Bewegung. "Nach dem Training ist immer alles viel leichter nachvollziehbar, als während des Trainings. Das weiß ich sehr wohl. Ich habe eine Mannschaft, die mitzieht", versichert Bisdorf, derweil die verschwitzten Spielrinnen auf Steinhaufen und Kabeltrommeln Platz nehmen, um sich ein wenig zu entspannen. Klar, dass sich in so einem Moment die Frage nach der Zukunft der Mannschaft stellt. "Bei uns ist es ähnlich wie bei den Männern: Wir haben das Potenzial für die Landesliga und mehr. Wenn sich niemand ernsthaft verletzt, dann wird das schon klappen. Unsere Vorbereitungsspiele bestreiten wir übrigens samt und sonders gegen Verbandsligisten und Landesligisten. Da kommen wir schneller zu den Fehlerquellen und können bis September noch eine Menge schaffen", verrät Bisdorf Teile seines Trainingskonzeptes. Dieses Trainingskonzept muss ein gutes Konzept sein, denn die körperliche Fitness der SVS-Spielerinnen wir durch die Tatsache belegt, dass in der vergangenen Saison nicht eine Spielerin ernsthaft und über einen längeren Zeitraum hinweg verletzt ausgefallen ist. Arno Bisdorf hat ganz konkrete Vorstellungen und diese Vorstellen bespricht er mit seiner Mannschaft. Genau diese Konsequenz ist der Schlüssel zum Erfolg der Mannschaft, die dann auch schon einmal ungewöhnlich für ihre Bemühungen belohnt wird. Für den Saisonaufstieg belohnte Bisdorf seine Frauen mit einer meditativen Traumreise, die alle Spielerinnen als sehr wohltuend in Erinnerung haben. Was wünschen sich Mannschaft und Trainer für die neue Saison? "Ich wünsche mir natürlich in erster Linie, dass sich niemand verletzt. Klar, dass ich auch in der Liga Gas geben will. Von den Spielerinnen weiß ich, dass sie neben dem Erfolg von neuen Trainingsanzügen träumen", verrät Bisdorf mit einem Augenzwinkern. WAZ Dorsten, 10.07.2008, Von Jo Gernoth
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