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Niagara-Fälle im Benzin-Fass |
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Aufsteiger
SV Schermbeck holt sich in Tönisvorst eine satte Niederlage ab und
zeigt dabei zwei ganz verschiedene Gesichter. Trainer Burkhard Bell
zeigt dabei Anflüge von leichter Verzweiflung.
Verbandsliga Herren: TV Vorst - SV Schermbeck 25:20
Es
ist die Jahreszeit der großen Volksfeste. Send in Münster, Oktoberfest
und vieles mehr lädt zur Fahrt in einer Achterbahn ein. Burkhard Bell,
Trainer des SV Schermbeck, hat dieses zweifelhafte Vergnügen der großen
Sause am Samstagabend bei der 20:25-Niederlage seiner Mannschaft quasi
als Dreingabe in Vorst erleben dürfen. Richtig Schwung holte die
Schermbecker Achterbahn bereits in den ersten Minuten zum ersten
Looping, bei dem im Prinzip schon der erste Punkt aus der Gondel des
SVS gefallen war. Mit 4:1 zogen die Gastgeber den überforderten
Schermbeckern davon und es war vor allem das Chaos in den Handlungen
seiner Mannschaft, das Burkhard Bell zu einer Auszeit bewegte. Über
den Kampf und nicht etwa über die Spielkunst arbeitete sich der SV
Schermbeck bis zur Halbzeit auf ein 10:11 heran, das besser klingt, als
es in Wirklichkeit war, denn Phillip Busjan war so etwas wie der
Schiffschaukelbremser und verhinderte mit seinen Glanzparaden einen
deutlich höheren Rückstand. Nach der Halbzeit überließen die
Schermbecker den Gastgebern völlig die Initiative und wenn man
weiterhin das Bild der Achterbahn bemüht, dann waren Dauer-Loopings
angesagt, die allen Beteiligten aus Schermbeck Magenprobleme bereiteten. Auf
21:13 zog der TV Vorst von dannen. Das war eigentlich schon keine
Achterbahn mehr, sondern das Befahren der Niagara-Fälle in einem leeren
Benzinfaß. Einer saß in diesem Faß und das war Burkhard Bell. "Wenn wir
nicht spielen könnten, die anderen pro Spieler 20 Kilo schwerer gewesen
wären oder sonst etwas: Ich würde nichts sagen. Aber die gleiche
Mannschaft, die sich mit einem Zwischenstand von 13:21 vorführen lässt,
legt nach einer Auszeit einen Zwischenspurt mit 7:2 hin. Das ist
Achterbahn pur", regte sich Trainer Burkhard Bell auf und weiß einmal
mehr, dass er an der Kontinuität seiner Mannschaft arbeiten muss. Den
Schlussakt entschied dann der TV Vorst, der mit vier entschlossenen
Tempogegenstößen alle Schermbecker Hoffnungen auf einen Sieg zerstörte.
Das war das Ende einer Achterbahnfahrt, die niemand wirklich erleben
wollte. Schermbeck: Busjan, Niklas Bell; Speckamp (5), Felisiak (4/1), Robert
(3/1), Sebastian Seibel (2), Timmermann (2), Kuhlmann (2), Kuhn (1),
Christian Seibel, Mischell, Frederik Bell. WAZ Dorsten, 19.10.2008, Von Jo Gernoth
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