Die Festung steht Auch gegen eine stark aufspielende HSG Mülheim/Oberhausen behält der SV Schermbeck seine weiße Weste und baut die Dreifachsporthalle an der Erler Straße zu einer Art Handballfestung aus. Der Verbandsligist verteidigt durch den 29:26-Erfolg den vierten Tabellenplatz.
Verbandsliga Herren SV Schermbeck - HSG Mülheim/Oberhausen 29:26 (13:11) Stark in der Abwehr und mit 6 Toren auch im Angriff erfolgreich: Michael Nölscher
Gut, die weiße Weste ist an diesem Samstagabend nicht ganz weiß geblieben, denn ein gewisser Pascal Druschke, Rückraumspieler der Gäste mit den Ausmaßen des russischen Boxers Valujev, verstieg sich in einen Faustkampf und knockte Schermbecks Michael Nölscher ohne Grund aus. Nölscher ging zwar zu Boden, aber er kam wieder und zeigte den rund 150 Zuschauern weiterhin fair und sportlich eine seiner besten Saisonleistungen. Die Prügeleinlage des Herrn Druschke mag wohl ein wenig mit dem Frust zusammenhängen, den die Gäste während dieser Begegnung aufbauten. Schermbeck zeigte am Samstag den schöneren Handball: Schnell, mit vielen Pässen und Ideen lagen die Jungs von Trainer Burkhard Bell nach gut zwölf Minuten Spielzeit mit vier Toren in Front. Ein kleiner Schlendrian schlich sich ein, hier ein überhasteter Angriff, dort ein zu wenig beherzter Griff in den Abwehreihen: Der Vorsprung schmolz dahin, wie Schnee in der Märzsonne und das 13:11 beim Seitenwechsel war denkbar knapp.
Mit 8 Toren Schermbecks erfolgreichster Torschütze: Sven Felisiak
Fast ein Aufbruchsignal für die Gäste und nach 32 Minuten war der Ausgleich geschafft, ja sogar eine Führung von zwei Toren für die HSG zeigte die Tafel an. Was vor Jahresfrist noch für Panik gesorgt hätte, ließ jetzt Schermbecker Spieler Verantwortung übernehmen. Sven Felisiak war Matchwinner dieses Abends: Kluge Pässe und knallharte Tore brachten Schermbeck zurück ins Match und ließen die Bell-Sieben marschieren. Am Ende dieses Marsches stand eine solide 29:26-Führung und die Gewissheit, dass auch schwierige Situationen gemeistert werden können. „Ich bin stolz auf die Jungs und die Moral, die sie gezeigt haben. Sie lassen sich nicht mehr aus dem Konzept bringen. Respekt”, freute sich Trainer Burkhard Bell. SVS: Nilklas Bell, Busjan; Felisiak (8), Nölscher (6), Frederik Bell, Kerbstadt (je 5), Speckamp (2), Hinz, Robert, Kuhn (je 1).WAZ Dorsten, Jo Gernoth Ergebnisse und Tabelle hier
Altbier war Champagner Landesliga Damen SV Schermbeck - TV Issum 11:18 Nein, die Frauen aus Issum hatten nichts, aber auch rein gar nichts von einem Altbierkränzchen oder niederrheinischer Gemütlichkeit: Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und konsequentem Tempohandball wurden die Handballerinnen des SV Schermbeck mit 18:11 mehr als deutlich geschlagen. „Wir sind einfach mit unserem derzeit gelichteten Kader nicht in der Lage, gegen eine Mannschaft aus dem Spitzenfeld zu bestehen. Issum orientiert sich jetzt wieder in Richtung Tabellenspitze. Wir könnten da stehen, aber der Konjunktiv wirft keine Tore”, ärgerte sich Bisdorf nach der Partie. Aber mit seinen Verletzten und aus irgendwelchen beruflichen Gründen verhinderten Spielerinnen kann Bisdorf derzeit nicht mehr erreichen. „Ich hoffe, dass wir noch einen Sieg einfahren und dann mit Elan die Rückrunde gestalten”, sagte Bisdorf. Ein wenig genervt scheint der ansonsten so gelassene Trainer angesichts der Wiederholungen zum Vorjahr schon. An der Seitenlinie leidet auch Co-Trainerin Anna Rass mit. „Ich kann einfach nicht mehr spielen, aber ich würde so gerne das ein oder andere auf dem Spielfeld vorführen und helfen”, meinte die zur Untätigkeit verdonnerte ehemalige Ausnahmespielerinnen. Für Schermbeck gibt es im Augenblick keinen Champus. WAZ Dorsten, Jo Gernoth